002Projekt: vollautomatisierte Palettierung|Lieferzeitraum : Oktober 2013

Merkmale

Verwendete Förderer

Zu beförderndes Gut:

  • Gipsfaserplattenstapel – 400 kg
  • Sonder-Holzpaletten – leer

Anwendung Branche

  • Innenausbau
  • Fassadenbau
  • Isoliertechnik

Die Aufgabe

Ein Unternehmen aus dem Bereich Innenausbau, Fassadenbau und Isoliertechnik beauftragte uns mit dem Bau einer Förderanlage. Diese sollte 6.000 mm lange Faserplatten, die in kleinere Stücke gesägt werden, möglichst platzsparend auf einer Sonder-Holzpalette palettieren.

Die Herausforderungen

Es galt:
  • eine extrem kurze Lieferzeit von nur 8 Wochen einzuhalten
  • die neue Lösung in die vorhanden Fördertechnik zu integrieren
  • alle Arbeiten außerhalb der Betriebszeiten durchzuführen
  • wegen der sehr staubigen Umgebung alle bewegliche Teile abzudichten
  • wegen des besseren Handlings nur einen Plattenspender einzusetzen
  • zur Einhaltung der Taktzeit zwei Paletten zum Stapeln zur Verfügung zu stellen
  • die Tragrollen mit produktschonenden Belägen auszustatten

Die Lösung

Der Förderablauf im Video

Der Förderablauf im Detail

Da die Stapel schnell ausgehoben, gedreht (max. 24 sek. / 2 Stapel) und abgesetzt werden müssen, kam ein Drehkreuz mit Malteserkreuzgetriebe zum Einsatz. Denn dieses kann sehr schnell und präzise 90° drehen, sanft anlaufen und bremsen, sowie genau auf der Palette positionieren.

1. Zwei Stapel Faserplatten fahren quer aus einer Säge (nicht abgebildet) auf die Aufgabestation

2. Ein Drehkreuz zwischen den Rollen hebt die Stapel an und dreht sie um 90°

3. Anschließend wird auf der nächsten Rollenbahn ein Stapel erneut angehoben und über eine Querverschiebung versetzt. Hierdurch werden die Stapel vereinzelt.

4. Am Ende der Rollenförderer-strecke werden die Stapel gegriffen und palettiert. Wichtig: Es wird immer nur abwechselt eine Palette voll gestapelt!

5. Damit der Stapelvorgang nicht unterbrochen wird, ist folgender Ablauf vorgesehen.

Wenn der Stapelplatz 1 (nachfolgende SP1) voll ist (in Abb. 5 der Fall), wechselt das Portalsystem (PS) mit dem Stapelvorgang auf die leere Palette auf SP2. Die volle Palette auf SP1 fährt auf den Abgabeplatz (nachfolgend AP), wo sie auf die Entnahme durch einen Gabelstapler wartet. Danach fahren zwei Paletten aus dem Palettenspender auf SP1 und den Reserveplatz (nachfolgend RP). Wenn die Palette auf SP2 voll ist, wechselt der PS auf die leere Palette auf SP 1 und die volle Palette auf dem SP2 fährt zum AP. Die leere Palette auf dem RP fährt nun auf SP2. Wenn SP1 voll ist, beginnt der Ablauf wieder von vorne.

Update (Ausbaustufe II)

Der Kunde war so zufrieden, dass er – nachdem er in dieses Projekt etwa € 250.000 investiert hatte – bereits neun Monate nach Inbetriebnahme die Förderanlage erweiterte. Hintergrund war der, dass das Unternehmen nach den kleinformatigen Gipsfaserplatten nun auch das Palettieren von Großformaten voll automatisieren wollte – mit ein und derselben Anlage. Die ALFOTEC-Lösung: Wir ergänzten sie um zwei Portalsysteme. Mit Saugern ausgestattete Greifer heben die Platten (die sich auf der bereits seit Ausbaustufe I vorhandenen Rollenbahn befinden) schräg an, um so das Vakuum zwischen den planaufliegenden Platten aufzulösen. Dann ziehen sie die Platten vertikal hoch, befördern sie horizontal zum gegenüberliegenden, neu hinzugekommenen Hubtisch. Darauf ist eine Sonder-Holzpalette positioniert, auf welche die Platten mit einer Toleranz von 0,1 mm bis zur gewünschten Füllhöhe bzw. Stückzahl abgestapelt werden. Wie Sie im Video sehen, gewährleisten moderne Absperrtechniken wie z. B. Hubtore und Abschrankungen die Sicherheit der Mitarbeiter.

Mit der Ausbaustufe II wurden gleich mehrere Ziele erfolgreich umgesetzt: Durch die Vollautomatisierung der bisher im 3-Schicht-Betrieb manuell ausgeführten Palettierung werden enorme Personalkosten eingespart – bei spürbar höherer Kapazität. Zusätzlich wurde die Abstapelqualität deutlich verbessert und ist nun – wie gewünscht – reproduzierbar.

Technische Details

1. Fördergüter

Folgende Güter werden vor und im Palettier-Portalsystem gefördert: Faserplattenstapel, Gewicht: 400 kg / Palette
Folgende Güter werden hinter dem Palettier-Portalsystem gefördert: Sonder-Holzpaletten, leer aus dem Palettenspender, Gewicht: 30 kg / Stück

2. Lieferungs – und Leistungsumfang

  • Förderanlage
  • Palettier-Portalsystem
  • Kettenförderer mit pneumatischem Hub
  • Kettenausschleuser mit pneumatischem Hub
  • Rollenbahn AU120
  • breitenverstellbarer Palettenspender
  • Steuerung mit SPS-Steuerung und Frequenzumrichter
  • Montage inkl. Inbetrieb- und Abnahme
  • Schutzzäune, Not-Aus-Schalter, elektrisch verriegelte Zugangstür und ein Sicherheitslichtgitter Multingsystem am Palettenauslauf

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